Abstract
Hohe Asbestfasergehalte der Tunnelluft (bis zu 1,2 × 106/m3 [Dissauer et al.]), bei Tunnelvortriebsarbeiten im antigoritischen Serpentinit von Traföß sind zu einem großen Anteil auf die Bildung asbestiformer Antigoritfasern durch die mechanische Bearbeitung des Antigorits zurückzuführen. Der massig erscheinende antigoritische Serpentinit, wie auch gelegentlich beobachtete massige Erscheinungsform chrysotilführender Gesteinsproben, lassen dieses Risiko nicht erkennen. Chrysotil und asbestiformer Antigorit sind mittels Normmethoden (Raster-Elektronenmikroskopie, energiedispersive Spektroskopie) nicht sicher unterscheidbar. Die dem Chrysotil gleichzusetzende, gesundheitsschädigende Wirkung von asbestiformem Antigorit ist im internationalen Schrifttum seit längerem dokumentiert. Asbestiformer Antigorit (sowohl primärer als auch durch mechanische Bearbeitung entstehender) sollte in die Gruppe der Asbestminerale aufgenommen werden, mit entsprechenden rechtlichen und arbeitsmedizinisch-präventiven Konsequenzen. Bei Tunnelvortriebsarbeiten in Serpentiniten sollte von Anfang an die Umgebungsluft im Tunnel bezüglich ihres Fasergehaltes kontrolliert werden, um nötigenfalls sofort Arbeitsschutzmaßnahmen, wie sie zum Beispiel von Dissauer et al. beschrieben wurden, veranlassen zu können.
| Originalsprache | Deutsch |
|---|---|
| Seiten (von - bis) | 556-567 |
| Seitenumfang | 12 |
| Fachzeitschrift | Berg- und hüttenmännische Monatshefte : BHM |
| Jahrgang | 162.2017 |
| Ausgabenummer | 12 |
| DOIs | |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 30 Nov. 2017 |
Schlagwörter
- Serpentinit, Röntgediffraktometrie, Raser-Elektronenmikroskopie
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