Automatisierte Textilsortierung – Status quo, Herausforderungen und Perspektiven

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikelForschung

Abstract

Die Textil- und Bekleidungsindustrie wird in Zukunft im Sinne einer Kreislaufwirtschaft zu gestalten sein. Für Textilien stehen bereits unterschiedliche Recyclingverfahren zur Verfügung, wenngleich die Kapazitäten in Europa derzeit noch gering sind. Für alle Recyclingverfahren sind jedoch textile Inputströme erforderlich, die bestimmte Spezifikationen (z. B. Zusammensetzung, Störstoffgehalt, Farbe) erfüllen müssen. Für die Sortierung
von Alttextilien (Post Industrial, Pre Consumer, Post Consumer) ergeben
sich daraus eine Reihe von Herausforderungen (z. B. Textilprodukte sind
extrem vielseitig und individuell gestaltet, verfügen über mehrere Lagen,
bestehen aus einem Gemisch verschiedenster Fasertypen und/oder enthalten
eine Vielzahl von Störstoffen). Manuelle Sortierung allein kann dieser Aufgabe
nicht gerecht werden, da die Recyclingindustrie Informationen benötigt,
die über die Angaben auf Pflegeetiketten hinausgehen und diese Sortierung
personal- und kostenintensiv ist. Zum jetzigen Zeitpunkt spielt die manuelle
Sortierung eine tragende Rolle und wird – gemeinsam mit der Sammlung – in
den nächsten Jahren eine wichtige Unterstützungsfunktion der automatisier-
ten Sortierung übernehmen (müssen). Sensorgestützte – und damit automati-
sierte – Sortierung kann Merkmale und Eigenschaften erfassen, die sortieren-
dem Personal aus unterschiedlichsten Gründen nicht zugänglich sind. Einige
wenige automatisierte Sortieranlagen auf Basis von NIR wurden in Europa
bereits umgesetzt. Technologien wie RFID, NFC, Fluoreszenzmarker oder
Digitale Wasserzeichen erfordern stets auch die flächendeckende Einbindung
der textilherstellenden Unternehmen und können – wenn überhaupt – erst
in Zukunft eine Rolle spielen. Auch die Objekterkennung mithilfe von Künstli-
cher Intelligenz getriebenen Algorithmen und Modellen stellt noch eine Zu-
kunftstechnologie der automatisierten Sortierung dar. Die Verwendung einer
einzigen Technologie zur Sortierung von Textilien wird und kann in Zukunft
nicht ausreichend sein, um den vielfältigen Sortieraufgabenstellungen in
diesem Bereich zu begegnen.
OriginalspracheDeutsch
Seiten (von - bis)??? Stand: 28. November
Seitenumfang17
FachzeitschriftÖsterreichische Wasser- und Abfallwirtschaft : ÖWAW
Jahrgang75.2023
Ausgabenummer9-10
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 27 Nov. 2023

Schlagwörter

  • Textilien
  • Fluoreszenzmarker
  • Digitale Wasserzeichen
  • RFID
  • NFC
  • NIR
  • Spezifikationen
  • Verwertung
  • Sortierung

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