Abstract
Die Dekarbonisierung automobilbezogener Wertschöpfungsketten hängt zunehmend davon ab, ob sich übergeordnete Klimaziele in operative Entscheidungskontexte überführen lassen. Bestehende Frameworks bieten jedoch keinen operativen Mechanismus, um Scope-3-upstream-Zielgrößen auf Flottenebene, ausgedrückt in Kohlendioxidäquivalenten (CO2-eq), in bauteilbezogene Zielwerte für Lieferantenvergaben zu übersetzen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, einen materialbasierten methodischen Ansatz zu entwickeln und zu validieren, der Scope-3-upstream-CO2-eq-Reduktionsziele auf Flottenebene in bauteilbezogene Zielwerte für Lieferantenvergaben und das Fortschrittstracking im Kontext eines automobilen Erstausrüsters (OEM) überführt. Methodisch folgt die Arbeit einem design-science-inspirierten Forschungsansatz in einem industriellen Anwendungskontext eines Unternehmens und kombiniert konzeptionelle Modellentwicklung mit datenbasierter Bauteilanalyse, Prototypenimplementierung und benchmarkbasierter Validierung gegenüber bestehender Flottenprojektionslogik. Der entwickelte Ansatz verwendet generische Komponenten, Materialzusammensetzungen und materialspezifische Product Carbon Footprint (PCF)-Faktoren zur Ableitung bauteilbezogener Zielwerte und integriert diese in ein prototypisches, Excel-basiertes Entscheidungsunterstützungstool, das Ziel-PCFs, Ist-PCFs und Vergabevolumina miteinander verknüpft. Dadurch werden ein Soll-Ist-Vergleich auf Vergabeebene, die Identifikation von Abweichungen sowie ein dashboardbasiertes Monitoring des Fortschritts in Richtung flottenbezogener CO2-eq-Zielgrößen innerhalb des Lieferantenvergabeprozesses ermöglicht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Zielallokationsprozess methodisch umsetzbar ist, dass die entwickelte materialbasierte Logik die relevanten PCF-Strukturen mit hinreichender Konsistenz und Genauigkeit für die Zielsteuerung reproduziert und dass die benchmarkbasierte Validierung gegenüber der bestehenden Flottenprojektionslogik eine Gesamtabweichung von 16% ergibt. Die Datenanalyse zeigt dazu, dass sich die PCF-Beiträge zwischen Antriebsarten und organisatorischen Einheiten deutlich unterscheiden, was bedeutet, dass die Priorisierung von Komponenten zwischen PCF-Relevanz und operativer Handhabbarkeit ausbalanciert werden muss. Eine illustrative Anwendung des entwickelten Ansatzes zeigt zudem, wie die Ergebnisse auf Vergabeebene, kumulativ und auf Fahrzeugebene interpretiert werden können. Innerhalb dieses illustrativen Setups weisen alle berücksichtigten exemplarischen Vergaben niedrigere projizierte upstream-PCF-Werte auf als die jeweiligen Baseline-Werte. Gleichzeitig ist der Prototyp durch die aktuellen Datenstrukturen und Systemschnittstellen begrenzt, insbesondere durch die Inkompatibilität zwischen langfristigen Planungsdaten und der Vergabeliste, unvollständige Vergabeinformationen sowie die Notwendigkeit, tatsächliche PCF-Werte außerhalb des Tools zu berechnen.
| Titel in Übersetzung | Entwicklung eines methodischen Tools zur Übersetzung und Nachverfolgung produktbezogener Nachhaltigkeitsziele auf die Bauteilebene im Lieferantenvergabeprozess eines OEM. |
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| Originalsprache | Englisch |
| Gradverleihende Hochschule |
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| Betreuer/-in / Berater/-in |
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| Datum der Bewilligung | 26 Juni 2026 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 2026 |
Bibliographische Notiz
gesperrt bis 04-05-2031UN SDGs
Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung
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SDG 13 – Klimaschutzmaßnahmen
Schlagwörter
- Scope-3-upstream-Emissionen
- Product Carbon Footprint
- bauteilbezogene Zielallokation
- Lieferantenvergaben
- materialbasierte Methodik
- automobiler Erstausrüster
- Entscheidungs- und Steuerungstool
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