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Die Auswirkungen von Social-Media-Posts auf das Einsatzgeschehen der Bergrettung in der Steiermark: Angewandte präventive Sicherheitsforschung

Publikation: Buch/BerichtSonstiger BerichtForschung

Abstract

Soziale Medien und digitale Apps sind für viele Menschen längst Teil des alpinen Erlebens geworden. Sie dienen dem Teilen von Bildern, beeinflussen die Tourenwahl und werden damit auch immer mehr zum Werkzeug bei der Tourenplanung. In der vorliegenden Arbeit wurde an ausgewählten, bekannten Social-Media-Plattformen und Tourenportalen in einer qualitativen nicht repräsentativen Inhaltanalyse mehrere Fallbeispiele untersucht, wovon zwei genauer dargestellt und analysiert wurden. Dafür wurden die entsprechenden Informationen aus den Social-Media-Portalen verwendet, welche zusammen mit einer nachfolgenden medialen Berichterstattung den Ablauf und den zeitlichen Zusammenhang der Postings sowie den daraus folgenden alpinen Notlagen zeigen sollen. Diese nicht repräsentative Analyse von Social-Media-Beiträgen im Zusammenhang mit alpinen Notlagen stellt die Basis der nachfolgenden Befragung der Bergrettung Steiermark dar, um anhand eines semiquantitativen Fragebogens zu eruieren, ob die subjektive Wahrnehmung der Autoren, dass ein Zusammenhang zwischen der vermehrten Tourenplanung via Social-Media und daraus entstehenden alpinen Notlagen mit realen Einschätzung der alpinen Einsatzorganisationen übereinstimmt. Mittels den erhobenen Daten von zehn beteiligten steirischen Bergrettungsortsstellen und den Fallbeispielen wurden die jeweiligen Einsatzkosten berechnet und basierend darauf mögliche Gesamteinsatzosten von Social-Media-bedingten alpinen Notlagen in der Steiermark abgeschätzt. Daraus ergibt sich, dass sich im Beobachtungszeitraum rund 100 durch Social-Media bedingte alpine Notlagen ereignet haben, wobei sich allein bei den beteiligten Personen (Bergsteiger/Einsatzorganisationen) der wirtschaftliche Schaden auf rund 500 000 – 700 000€ beläuft. Finanzielle Folgeschäden wie z.B: Behandlungs- und Rehakosten, Verdienstausfälle, Ausfall der Arbeitskraft durch verletzungsbedingte Krankenstände, wurden nicht berücksichtigt. Abschließend wurden möglichen Strategien auf den verschiedenen Ebenen der Resilienz (individuell, als Gruppe, organisational) erarbeitet um zukünftig besser auf solche Einsatzlagen vorbereitet zu sein, und die Resilienz der Einsatzkräfte im Spannungsfeld des zunehmenden Social-Media-Einflusses auf Tourenwahl und -planung und den realen Auswirkungen in Form von vermehrten Alpinunfällen zu stärken.
OriginalspracheDeutsch
Seitenumfang25
PublikationsstatusVeröffentlicht - 16 Jan. 2023

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