Einfluss der Oberflächenzusammensetzung auf die Biegeeigenschaften einer Al–Mg–Si-Legierung

Lukas Fauland

Publikation: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenMasterarbeit

Abstract

Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Biegeeigenschaften der Al-Walzlegierung EN AW–6016 zu verbessern. Dazu wurden Wärmebehandlungen in sauerstoffhaltiger Ofenatmosphäre für unterschiedlich lange Zeiten durchgeführt. Oxidation sowie Abdampfung während der Glühung sollen eine Abdiffusion von Magnesium aus den Randbereichen des Werkstoffs fördern und so die Verformbarkeit der Randschicht erhöhen. Als Ausgangswerkstoffe kamen zwei Legierungsvarianten mit unterschiedlichem Mg-Gehalt zur Anwendung. Es zeigte sich, dass nur Glühungen bis max. 575 °C realisierbar sind, da höhere Temperaturen je nach Material entweder zu lokalen Aufschmelzungen oder zu einem unzulässigen Anwachsen der Körner führen. Durch numerische Simulation wurden die theoretisch zu erwartenden Mg-Randkonzentrationsprofile angenähert. Es erfolgt ein Vergleich der Ergebnisse mit röntgen- sowie funkenspektrometrisch ermittelten Konzentrationswerten. Des Weiteren fanden zur Beurteilung des Oxidationsverhaltens thermogravimetrische Messungen statt. Zur Bestimmung der Maximalbiegewinkel fanden Plättchenbiegeversuche nach VDA 238–100 Anwendung. Bei der Legierung mit niedrigem Mg-Gehalt lässt sich eine Verbesserung des maximalen Biegewinkels durch eine kurze Lösungsglühung erreichen. Eine weitere Steigerung durch besonders lange Glühzeiten ist nicht möglich. Bei der Legierung mit erhöhtem Mg-Gehalt hingegen lässt sich durch kurze Glühzeiten keine eindeutige Verbesserung der Biegbarkeit erzielen, obwohl ein Absinken des Mg-Gehalts in der Randzone nachweisbar ist. Bei einer langen Glühzeit steigt die Mg-Konzentration am Rand wieder an, was an einem Aufstau von Mg-Atomen an der nun dichter werdenden Oxidschicht liegt. Ein direkter Einfluss auf das Biegevermögen ist auch hier nicht zu erkennen. Es konnte wiederholt gezeigt werden, dass eine sehr lange Wärmebehandlung auch eine positive Wirkung auf den erreichbaren Biegewinkel haben kann. Dieses Ergebnis lässt sich allerdings nicht mit dem Mg-Gehalt der Legierung in Zusammenhang bringen, da bei Proben mit vergleichbaren Mg-Randgehalten und kürzeren Lösungsglühzeiten keine solche Verbesserung auftritt.
Titel in ÜbersetzungInfluence of the surface composition on the bending properties of an Al–Mg–Si alloy
OriginalspracheDeutsch
QualifikationDipl.-Ing.
Gradverleihende Hochschule
  • Montanuniversität
Betreuer/-in / Berater/-in
  • Pogatscher, Stefan, Betreuer (intern)
  • Weißensteiner, Irmgard, Mitbetreuer (intern)
Datum der Bewilligung23 Okt. 2020
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2020

Bibliographische Notiz

gesperrt bis 01-10-2025

Schlagwörter

  • Biegewinkel
  • Biegeeigenschaften
  • Aluminium
  • Al-Mg-Si
  • 6xxx
  • 6016
  • Magnesium
  • Oxidschicht

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