Magnetism of postglacial lavas from Snæfells volcano, Iceland: Field reconstruction and archeomagnetic dating

Titel in Übersetzung: Magnetismus von postglazialen Lavaflüssen vom Snæfells Vulkan, Island: Feldrekonstruktion und archäomagnetische Datierung

Elisabeth Tauber

Publikation: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenMasterarbeit

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Abstract

Die Bedeutung der Gefahrenanalysen von Vulkanen wird durch die jüngsten Eruptionen auf Island erneut aufgezeigt. Einzelne vulkanische Ereignisse treten im Allgemeinen in Intervallen von 5 Jahren auf, wobei größere Eruptionen in Zyklen von 500 – 1000 Jahren auftreten können. Die Untersuchungen von historischen Eruptionen, die Berechnung der Häufigkeit vergangener Eruptionen und die Abschätzung von Eruptionszyklen sind unumgänglich für eine Risikoanalyse. Mit Hilfe paläomagnetischer Untersuchungen ist es möglich Altersdatierung von historischen Lavaflüssen durchzuführen und Eruptionszyklen zu berechnen. Der große Vorteil besteht darin, dass der Lavafluss direkt datiert wird und nicht auf sekundäre Quellen wie z.B. organische Materialien in Aschelagen, deren Zusammenhang mit bestimmten Lavaflüssen oft nicht eindeutig ist, zurückgegriffen werden muss. Für diese Untersuchungen wurden Proben von vierzehn verschiedenen Lavaflüssen der Snæfells Halbinsel in West Island, genommen. Alle diese Probenahmestellen entsprechen postglazialen Lavaflüssen die durch vulkanische Aktivitäten des Snæfells entstanden sind. Die Proben der jeweiligen Lavaflüsse wurden paläomagnetischen und gesteinsmagnetischen Untersuchungen unterzogen um Daten der damals vorherrschenden magnetischen Intensität und die Richtung des damaligen magnetischen Feldes zu bestimmen. Weiters wurden Curie Temperaturen gemessen, die Anisotropie der magnetischen Suszeptibilität (AMS) und temperaturabhängige Remanenz Messungen (ARM) durchgeführt, um die Zuverlässigkeit der paläomagnetischen Information zu überprüfen. Anhand dieser Messungen war es möglich, die Proben in verschiedene Gruppen bezüglich ihrer Alteration und Mineralogie zu unterteilen. Resultate der Paläorichtungen zeigen Werte der Inklination zwischen 54° und 82° und der Deklination zwischen 290° und 45°, welche durchaus für diese Region zu erwarten sind. Anhand dieser gesteinsmagnetischen Messungen und der Klassifizierung in Alteration und Mineralogie Typen wurde eine Vorauswahl für die spätere Paläointensitätsmessungen getroffen. Achtunddreißig Proben wurden für eine modifizierte Paläointensitätsmessung nach Thellier, welche Überprüfungen der Alteration und des Domänenzustandes beinhalten, ausgewählt. Die Ergebnisse erlauben eine Datierung der bis dahin unbekannten Alter der holozänen Lavaflüsse rund um den Snæfells Vulkan. Die Methodik der Datierung umfasst Kalkulationen für Inklination und Deklination, sowie für die Feldintensität, welche mit den Feldrichtungen anhand einer Bayesischen archäomagnetischen Referenzkurve verglichen wird. Die Daten für zwei der Lavaflüsse bestätigen und korrelieren mit bereits vorhandenen Altersdatierungen von Aschelagen. Ein Lavafluss, der bisher mit einem älteren Ereignis in Verbindung gebracht wurde, konnte einem Ausbruch zugeordnet werden, der 1000 Jahre später stattfand. Drei der untersuchten Lavaflüsse konnten mit einem Alter von mehr als 4500 Jahren BP datiert werden. Weiters konnte ein zusätzliches vulkanisches Ereignis, welches vor etwa 2770 Jahre BP stattfand, von einem Lavafluss datiert werden.
Titel in ÜbersetzungMagnetismus von postglazialen Lavaflüssen vom Snæfells Vulkan, Island: Feldrekonstruktion und archäomagnetische Datierung
OriginalspracheEnglisch
QualifikationDipl.-Ing.
Gradverleihende Hochschule
  • Montanuniversität
Betreuer/-in / Berater/-in
  • Leonhardt, Roman, Betreuer (extern)
  • Scholger, Robert, Betreuer (intern)
Datum der Bewilligung8 Apr. 2011
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2011

Bibliographische Notiz

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Schlagwörter

  • Geophysik
  • Paläomagnetismus
  • Altersdatierung
  • Thellier

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