Sequence Stratigraphy of the Badenian in the Austrian part of the Vienna Basin

Titel in Übersetzung: Sequenzstratigraphie des Badeniums im österreichischen Anteil des Wiener Beckens

Wolfgang Siedl

Publikation: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenDissertation

Abstract

Sequenzstratigraphische Untersuchungen wurden im österreichischen Teil des Wiener Beckens mit neuen Interpretationsmethoden durchgeführt. Für diese Studie wurden 3D-Seismikdaten sowie Daten von 3800 Bohrungen verwendet. Wie bei der herkömmlichen Methode, wurden bestimmte Ablagerungsbereiche entlang von Profilen durch den seismischen 3D-Kubus identifiziert. Charakteristische seismische Muster (z.B. Clinoformen) wurden anhand der entsprechenden Reflektoren auf dem seismischen Profil markiert und einer Fazies zugeordnet. Ähnliche seismische Faziesbereiche (z.B. Clinoformen, die in verschiedene Richtungen ausgerichtet sind) wurden zu einer seismischen Faziesgruppe zusammengefasst. Diese Faziesgruppen wurden mit räumlich definierten Ablagerungssystemen (z.B. Clinoformen eines fortschreitenden Deltas) miteinander verbunden. In einem nächsten Schritt wurden genetisch verwandte Systeme untersucht, wie z.B. Rinnensysteme in der landwärtigen Position der Deltaschüttungen. Durch Kombinieren dieser Ablagerungssysteme mit Sequenzgrenzen wurden drei badenische Sequenzen 3. Ordnung erkannt und neun Systems Tracts spezifiziert. Die Interpretation wurde anhand von Bohrlochdaten überprüft. Mit Schwerpunkt auf der badenischen Abfolge wurden mehrere paläogeographische Karten erstellt. Jede dieser Karten repräsentiert ein chronostratigraphisches Ereignis in einem der Systems Tracts. So konnte ein kontinuierliches Ablagerungsmodell für das gesamte Badenium im zentralen und nördlichen Teil des österreichischen Teils des Wiener Beckens erstellt werden. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen eine überraschend große Vielfalt badenischer Ablagerungssysteme. Die Ablagerungsbereiche des Wiener Beckens im frühen Badenium wurden noch stark von der Topographie im frühen Miozän kontrolliert. Die tiefste Sequenz (frühes Ba1-LST1) an der Karpatium/Badenium-Grenze besteht aus verflochtenen Flusssystemen mit Sedimenttransportrichtung nach Norden oder Nordosten. Zwei ausgeprägte Canyon-Systeme (Mistelbach Canyon, Reinthal Canyon) am nordwestlichen Rand des Wiener Beckens verbanden dieses terrestrische Ablagerungssystem mit dem marinen Ablagerungssystem des Alpen-Karpaten-Vorlandes im Norden. Der Beginn der badenischen Extensionstektonik im Bereich des Wiener Beckens führte zu starker Absenkung und zur Schaffung eines Sedimentationsraumes. Das vorherrschende terrestrische Ablagerungssystem der frühen Ba1-LST1-Sequenz wandelte sich daher zu vollmarinen Ablagerungssystemen der späten Ba1-LST1-Sequenz, mit einer gleichzeitigen Änderung der Sedimenttransportrichtung nach Osten. Die alten (vor-badenischen) Teilbecken wurden bis zum mittleren Baden mit Sedimenten verfüllt. Die Geometrie der mittel-badenischen Ba2-Sequenz spiegelt somit das Zusammenspiel zwischen der anhaltenden Extensionstektonik und bedeutenden Meeresspiegelschwankungen wider. Die trennenden Paläo-Hochs im nördlichen Teil wurden während der Ba2-Sequenz in den Sedimentationsraum mit einbezogen. Dadurch verschmolzen zwei ursprünglich räumlich getrennte Delta-Systeme der Ur-Donau im Norden (Mühlberg-Delta, Zistersdorf-Delta) miteinander. Während des späten Badeniums (Ba3-Sequenz) wurde durch das Überfluten des Spannberg-Rückens in der Mitte des Beckens ein gemeinsames Deltasystem (Matzen-Delta) geschaffen. Unter Berücksichtigung dieses neuen Ansatzes zur Vorhersage von Ablagerungssystemen müssen aktuelle Modelle der Kohlenwasserstoff-Lagerstätten im Badenium überarbeitet werden. Frühere Modelle zeigten einen einheitlichen badenischen Akkommodationsraum für die Ur-Donau. Die detaillierten paläogeographischen Karten, die auf dem neuen sequenzstratigraphischen Modell basieren, zeigen einen deutlich komplexeren Zusammenhang der Ablagerungsräume. Basierend auf den Ergebnissen dieser Arbeit wurden schließlich neue badenische Kohlenwasserstoff-Plays im nördlichen Teil des Wiener Beckens vorhergesagt und erfolgreich erbohrt.
Titel in ÜbersetzungSequenzstratigraphie des Badeniums im österreichischen Anteil des Wiener Beckens
OriginalspracheEnglisch
QualifikationDr.mont.
Gradverleihende Hochschule
  • Montanuniversität
Betreuer/-in / Berater/-in
  • Sachsenhofer, Reinhard, Betreuer (intern)
  • Harzhauser, Mathias, Mitbetreuer (extern), Externe Person
  • Prof. Grunert, (Uni Köln, DE), Beurteiler B (extern), Externe Person
  • Prof. Wagreich, (Uni Wien), Beurteiler A (extern), Externe Person
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2020

Bibliographische Notiz

nicht gesperrt

Schlagwörter

  • Sequenzstratigraphie
  • Wiener Becken
  • Badenium
  • 3D-Seismik
  • Deltaentwicklungen
  • Paläogeographische Karten
  • Ur-Donau

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