Unlocking the recycling potential: Die Gewinnung von recyclingfähigen Kunststoffen aus gemischten Abfällen

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Abstract

Mit dem neuen Circular Economy Action Plan hat die Europäische Kommission ehr-geizige Ziele für das Recycling von Siedlungsabfällen gesetzt, mit dem Ziel, das Re-cycling zu fördern und Stoffkreisläufe zu schließen (European Commission (EC) 2020). Um den Richtlinien der Europäischen Kommission gerecht zu werden, sind nicht nur die separat gesammelten und sortenreinen Abfallfraktionen von Interesse, sondern auch die gemischten Siedlungs- und Gewerbeabfälle. Laut Pomberger (2021) gibt es für verwertbare Fraktionen aus gemischten Siedlungsabfällen bis dato keine vernünftige Rückführung in das Wirtschaftssystem, mit Ausnahme der Metalle. Laut Wellacher und Pomberger (2017) führt dies lediglich zu einer Recyclingrate von 3 bis 5% bei gemischten Gewerbeabfällen. Mehrere Arbeiten habe gezeigt, dass ausrei-chende Mengen an potentiell recyclingfähigen Kunststoffen in gemischten Gewerbeab-fällen grundsätzlich vorhanden wären (Möllnitz et al. (2020), Weissenbach et al. (2019), Umweltbundesamt 2014; Wellacher und Pomberger 2017). Woraus sich folgende Fra-ge ergibt: "Sind diese potentiell recyclingfähigen Fraktionen in ausreichender Qualität und Menge technisch herstellbar und wie viel kann dadurch die Recyclingrate von ge-mischten Abfällen erhöht werden?"
Um diese Frage zu beantworten, wurden mehrere großtechnische Versuche in einer österreichischen mechanischen Abfallaufbereitungsanlage durchgeführt, um ein Kon-zentrat von Kunststoffen zu erzeugen. Mit Hilfe mehrerer Vorversuche wurde zuerst die Qualität des erzeugten Materials beurteilt und Optimierungspotenziale im Herstel-lungsprozess eruiert. Dabei wurden nicht nur mehrere hundert Kilogramm an Stoffkon-zentraten von Polyolefinen (PO) bestehend aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gewonnen, sondern es wurden auch softwaretechnische Verbesserungen an ei-nem sensorgestützten Sortierer vorgenommen. Zudem wurden mehrere Produktions-varianten getestet, mit dem Ziel, sowohl ein Kunststoffkonzentrat durch Sortieren aus dem Ersatzbrennstoffvormaterial (3-dimensionale (3D) Fraktion gewonnen mit einem Windsichter) erzeugen zu können, als auch die Qualität des erzeugten Ersatzbrennstof-fes nicht zu verschlechtern.
Anschließend wurde das gewonnene PO-Stoffkonzentrat im "DIGITAL Waste Rese-arch LAB" der Montanuniversität Leoben weiter sortiert, und ein 3D-PP-Konzentrat (d.h. Eject-fraktion) gewonnen, welches im Folgenden einem mechanischen Recycling zugeführt werden soll. Es werden insgesamt mehrere hundert Kilogramm an PP-Recyclat aus gemischten Abfällen erzeugt und somit in den Stoffkreislauf zurückge-führt. Auf diese Weise können die ersten technischen Schritte zu einer Erhöhung der realen Recyclingrate von gemischten Gewerbeabfällen gesetzt und die Grundlagen geschaffen werden, um weitere, großtechnsiche Mengen an Kunststoffrezyklaten aus gemischten Abfällen in geeigneter Qualität dem Stoffkreislauf wieder zurückzuführen
OriginalspracheDeutsch
PublikationsstatusVeröffentlicht - Sept. 2023
Veranstaltung13. DGAW-Wissenschaftskongress: Abfall- und Ressourcenwirtschaft - TU Wien, Wien, Österreich
Dauer: 15 Feb. 202416 Feb. 2024

Konferenz

Konferenz13. DGAW-Wissenschaftskongress: Abfall- und Ressourcenwirtschaft
Land/GebietÖsterreich
OrtWien
Zeitraum15/02/2416/02/24

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