Verwertungsstrategien für Reststoffe aus der Aluminiumsekundärmetallurgie

Helmut Paulitsch

Publikation: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenDissertation

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Abstract

DBeim Recycling von Aluminium fallen aufgrund der Affinität zum Sauerstoff Krätzen an, welche durch den hohen Wertmetallgehalt aus ökonomischer und ökologischer Sicht aufzuarbeiten sind. Die beiden heutzutage am häufigsten eingesetzten Technologien stellen die Verarbeitung in einem Salztrommelofen oder mittels eines mechanischen Prozesses dar. Insbesondere bei kleinen Sekundäraluminiumbetrieben, welche keine innerbetriebliche Aufarbeitung dieses Reststoffs aufweisen, verringert sich durch das Inhouse-Recycling die strategische Abhängigkeit vom Trommelofenbetreiber. Im Zuge der mechanischen Prozesse erfolgt das Zurückgewinnen des metallischen Aluminiums durch Zerkleinerungs- und Klassierprozesse. Der Vorteil dieser Technologie liegt in der Vermeidung der Salzschlacke, welche in Österreich nicht deponiert werden darf und es dafür keine Aufarbeitungsanlage gibt. Bei der mechanischen Reststoffverwertung fällt eine aluminiumhaltige Feinfraktion an, welche aufgrund der hohen Reaktivität, unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Problemsubstanzen in die Umgebung absondert. Beispielsweise sind hierfür Ammoniak und Wasserstoff anzuführen. Es erfolgt jedoch nicht nur eine entsprechende Belastung der Umgebungsluft, sondern auch, im Falle einer Deponierung, des Grundwassers. Durch die Entwicklung eines geeigneten Behandlungsverfahrens wird der Krätzestaub inertisiert sowie ein vermarktbares Produkt erzeugt. Allerdings stellt auch die Verwertung der Salzschlacke eine besondere Herausforderung für die Industrie dar, wobei es unterschiedliche Technologien gibt, beispielsweise Löse-Kristallisations-Verfahren. Daher werden aus der Sicht des Betreibers von Sekundäraluminiumhütten Optimierungen hinsichtlich der Salzschlackenführung angestrebt. Nach dem Stand der Technik wird die heiße Salzschlacke auf Lager gelegt und an Luft abgekühlt. Da dieser Reststoff erhebliche Mengen an metallischem Aluminium enthält, sind durch Oxidationsprozesse Metallverluste zu erwarten. Durch ein geeignetes Salzschlacke-Kühlaggregat kann dieser Abbrand vermindert werden, wodurch sich die Al-Rücklaufmenge von der Salzschlackenaufarbeitung erhöht. Die treibende Kraft zum Aufarbeiten der in der Aluminiumsekundärmetallurgie anfallenden Reststoffe sind ökologische und gesellschaftspolitische Aspekte sowie die Gesetzgebung. Das Ziel im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung muss demnach ein Zero-Waste-Verfahren sein, bei welchem eine vollständige stoffliche Verwertung der anfallenden Krätze, Salzschlacken und Stäube gegeben ist. In diesem Zusammenhang stellt die Bestimmung der Stoffflüsse sowie eine exakte Charakterisierung eine wesentliche Voraussetzung für die wirtschaftliche Umsetzung dar.
Titel in ÜbersetzungRecycling strategies for residuals from the secondary aluminium metallurgy
OriginalspracheDeutsch
QualifikationDr.mont.
Betreuer/-in / Berater/-in
  • Kepplinger, Werner Leopold, Beurteiler B (intern)
  • Antrekowitsch, Helmut, Beurteiler A (intern)
PublikationsstatusVeröffentlicht - 2012

Bibliographische Notiz

nicht gesperrt

Schlagwörter

  • Krätze
  • mechanische und pyrometallurgische Aufarbeitung
  • Salzschlacke
  • Krätzerückstand
  • Krätzestaub
  • hydrometallurgische Aufarbeitung
  • Charakterisierung
  • REM
  • LIMI
  • Zero-Waste

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