Abstract
Aus den Keramikfunden der montanarchäologischen Grabung 2000 am mittelbronzezeitlichen Arbeits- und Siedlungsplatz Schlosser/KG Schwarzenbach/ OG Trieben wurden sechs Keramikbruchstücke ausgewählt und am Lehrstuhl für Gesteinshüttenkunde an der Montan- universität Leoben chemisch und mineralogisch bewertet. Dabei wurde zur Unterscheidung zwischen Fein- und Grobkeramik im hier gebrauchten Sinne eine visuelle Beurteilung des Größtkorns herangezogen. Magerungsmittel in der Keramik sind hauptsächlich Quarz und Feldspat sowie Feldspatvertreter, in zwei Fällen auch größere Mengen von Muskovit. Die Feinkeramikproben haben eine Größtkorngröße von bis zu 2 mm, die Grobkeramikproben eine Größtkorngröße von über 2 mm. Die Anzahl der Großkörner beträgt in der Feinkeramik bis zu 3,8 Großkorn/cm2, bei der Grobkeramik bis zu 8,4 Großkorn/cm2. Daraus erkennt man, dass bei der Herstellung für die Feinkeramik bewusst ein anderes Magerungskonzept angewendet wurde als für die Grobkeramik. Damit ist manifestiert, dass die Grobkornverteilung ein Qualitätskriterium bei der Keramikproduktion vor Ort war. Die genannten Zuschläge sowie die in Spuren vorhandenen Minerale in den Keramikproben entsprechen einer Paragenese, wie sie für das Kristallin typisch ist. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Rohstoffe aus einem Gebiet unweit des Keramikfundortes im Paltental stammen. Vergleiche mit Untersuchungsergebnissen an Gebrauchskeramikproben vom Verhüttungsplatz Versunkene Kirche erhärten diese These.
| Translated title of the contribution | Naturwissenschaftliche Untersuchungsergebnisse an Gebrauchskeramiken vom mittelbronzezeitlichen Arbeits- und Siedlungsplatz Schlosser/KG Schwarzenbach/OG Trieben |
|---|---|
| Original language | German |
| Pages (from-to) | 28-33 |
| Number of pages | 6 |
| Journal | Berg- und hüttenmännische Monatshefte : BHM |
| Volume | 2011 |
| Issue number | Band 156, Heft 1 |
| DOIs | |
| Publication status | Published - 2011 |
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