Optimierung von bruchmechanischen Kennwerten bei Aluminiumlegierungen für die Luftfahrtindustrie

Publikationen: Thesis / Studienabschlussarbeiten und HabilitationsschriftenDissertation

Organisationseinheiten

Abstract

Flugzeuge werden bei jedem Flug zyklisch beansprucht, da die Kabine wiederholt mit Druck beaufschlagt und wieder entlastet wird. Kommerzielle Flieger erfahren während ihrer Lebenszeit bis zu 100.000 solcher Lastzyklen. In vielen Bauteilen ist daher der Widerstand gegen Rissausbreitung unter statischen und dynamischen Belastungen von großer Bedeutung. Wegen der attraktiven Kombination aus hoher Festigkeit und guten schadenstoleranten Eigenschaften ist die Aluminiumlegierung AA2024 der wichtigste Blechwerkstoff für Anwendungen im Flugzeugbau. Allerdings ist dieser Werkstoff für lokalen Korrosionsangriff wie Lochfraß und interkristalline Korrosion (IK) anfällig. Diese ist ein Angriff entlang den Korngrenzen oder in den angrenzenden Bereichen, während die Kornmatrix weitgehend unbeeinflusst bleibt. Die IK-Beständigkeit wird weitgehend durch den Abkühlgradienten bei der Abschreckung auf Raumtemperatur nach der Lösungsglühung und durch die Korngröße und -form bestimmt. Ziel dieser Arbeit war es, die wesentlichen Prozessparameter in der Fertigung von AA2024-T3 zu identifizieren, welche für gute schadenstolerante Eigenschaften verantwortlich sind. Es erfolgte die Herstellung von Blechen aus AA2024-T3 mit unterschiedlicher Korngröße und -form im industriellen Maßstab. Es zeigte sich dabei ein großer Unterschied in der IK-Beständigkeit und auch im Risswachstumsverhalten zwischen globularen Feinkorn und in Walzrichtung gestrecktem Grobkornmaterial. Die Sekundärausscheidungen, gebildet an den Korngrenzen nach dem Lösungsglühen und Wasserabschrecken, wurden mittels Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) untersucht. Durch den Einsatz von thermodynamischen Berechnungen konnte die chemische Zusammensetzung innerhalb der AA2024-Legierungstoleranzen hinsichtlich schadenstoleranter Materialeigenschaften optimiert werden. Der Wärmebehandlungszyklus der Walzbarrenhomogenisierung wurde dahingehend verbessert, dass ein maximaler Anteil der lösbaren intermetallischen Ausscheidungen im Mischkristall aufgelöst wird. Die adaptierte chemische Zusammensetzung in Kombination mit der verbesserten Homogenisierung führte zu einem signifikanten Anstieg der Zähigkeit ohne Verschlechterung der statischen mechanischen Eigenschaften. Weiteres konnte gezeigt werden, dass durch Änderung der Korngröße und -form die Risswachstumsgeschwindigkeit von AA2024-T3-Blechen weiter verringert werden kann. All diese Maßnahmen tragen zu einer erhöhten Betriebssicherheit in der Anwendung von Flugzeugkomponenten, gefertigt aus Aluminiumlegierung AA2024, bei.

Details

Titel in ÜbersetzungOptimization of fracture mechanical parameters of aluminium alloys for the aircraft industry
OriginalspracheDeutsch
QualifikationDr.mont.
Betreuer/-in / Berater/-in
StatusVeröffentlicht - 2012