The karst bauxite of the Unterlaussa mining area (Upper Austria)

Publikationen: Thesis / StudienabschlussarbeitMasterarbeitForschung

Abstract

Vier der insgesamt sechs Reviere, die in der Nähe des aufgegebenen Bergbaudorfes Weißwasser nördlich von Unterlaussa in Oberösterreich bestanden, sind noch durch Stollen befahrbar. Diese Bergbaue beuteten die dortigen kleinen böhmitischen Karstbauxitlinsen an der Basis der Gosauabfolge der „Weyerer Bögen“ aus. 23 Proben von Bauxit und bauxitverwandten Sedimenten wurden mit Hilfe von ICP-MS und RFA untersucht. Die geochemischen Proben beinhalten auch jene von vier Bauxitprofilen. Außerdem wurden das REM, die Elektronenmikrosonde und die RDA verwendet, um die Mineralogie zu definieren und Elementverteilungen zu kartieren. Die Röntgendiffraktometrieanalysen zeigen, dass die bauxitverwandten Sedimente keine umgelagerten Bauxite darstellen, sondern vielmehr unreife (nicht bauxitisierte) Sedimente sind, von denen manche dem Vorgängermaterial des Karstbauxits mineralogisch zumindest ähnlich sein könnten. Röntgendiffraktometrieanalysen sind auch nützlich, um Verwandtschaften unter den verschiedenen Sedimenten zu erkennen und um mineralogische Unterschiede innerhalb eines Bauxitprofils zu zeigen. Hohe Gehalte an Lithium, die bis zu 1370 ppm erreichen, korrelieren für den Großteil der Proben positiv mit K2O, was darauf hindeutet, dass noch nicht vollständig verwitterte Phyllosilikate die Trägermineralien sein könnten. Im längsten und besterhaltenen Bauxitprofil (Almstollen) sind die SEE (bis auf Sc und Ce) in den untersten zwei Metern dieses sechs Meter langen Profils deutlich akkumuliert. Seltenerdelemente sind generell gegenüber der mittleren Krustenzusammensetzung stark angereichert. Chondritnormalisierte SEE-Muster des Almstollenprofils zeigen durch die negativen Ce Anomalien in den untersten zwei Metern des Bauxitkörpers reduzierende Bedingungen an, wohingegen die zum Hangenden hin folgenden Proben eindeutig positive Anomalien zeigen, was auf oxidierende Bedingungen hinweist. Der Karstbauxit von Unterlaussa kann als ein oberkretazischer (turonischer) Paläoboden angesehen werden, der sich durch tropische bis subtropische Verwitterung eines Vorgängersediments auf verkarstetem Dolomit in-situ bildete. Dieses Vorgängersediment war höchstwahrscheinlich illitreich und beinhaltete wahrscheinlich auch schon Kaolinit. Lateritisches Material wie auch vulkanogene Sedimente waren wahrscheinlich ebenfalls Teil dieses Vorläufersediments. Im Eintragsgebiet des Sediments muss auch ultrabasisches Gestein verfügbar gewesen sein, wie es Chromite und Chromanreicherungen belegen. Schlussendlich kann das Vorgängermaterial als gemischtes, feinkörniges, polygenetisches Sediment beschrieben werden. Veränderliche Bedingungen der Wassersättigung sind für die schalig aufgebauten in-situ Konkretionen verantwortlich (Spheroide), die dem Bauxit seine charakteristische pisolitische Struktur geben. Der Unterlaussa-Bauxit würde teilweise resilifiziert, deferrifiziert (gebleicht) und pyritisiert, wobei die beiden letzteren Prozesse mikrobieller Aktivität zugeschrieben werden. Außerdem zeigt der Bauxit auch eine wahrscheinlich mikrobiell gesteuerte Uranmineralisation und eine massive aluminiumhydroxid-gebundene Chrommineralisation.

Details

Titel in ÜbersetzungDer Karstbauxit des Bergbaugebietes von Unterlaussa (Oberösterreich)
OriginalspracheEnglisch
QualifikationDipl.-Ing.
Gradverleihende Hochschule
Betreuer/-in / Berater/-in
Datum der Bewilligung29 Jun 2018
StatusVeröffentlicht - 2018